15. Chefseminar: Charakter.Kompetenz.Power 2.0

Mitarbeiter der Generation "Y" finden und binden

Termin:
21. März 2012

Ort:
Vaals (NL)

Veranstalter:
CIM Aachen GmbH

Nachbericht zum 15. ChefSeminar „Charakter.Kompetenz.Power 2.0“

Auf dem „Chefseminar“, das die CIM Aachen Management Consultants ging es in diesem Jahr darum, wie erfolgreiche Unternehmen Social Media für die Unternehmenskommunikation allgemein und für das „Employer Branding“ speziell nutzen. Der bewußt auf 25 Unternehmer und Geschäftsführer begrenzte Teilnehmerkreis erfuhr aus erster Hand, was genau die Generation Y ausmacht und wie sie ihre Personalarbeit daraufhin ausrichten können. Schließlich wurde die Gelegenheit geboten, direkt Kontakte für die mittelfristige Nachwuchswerbung zu knüpfen.

Dr. Götz Marczinski, Geschäftsführer der CIM Aachen GmbH, zeigte in seinem Impulsvortrag, dass das Anforderungsprofil an einen Management Berater sehr gut in den Kriterienkatalog junger Mitarbeiter der Generation „Y“ passt. Allerdings, so Marczinski, leider treten in der Beratungspraxis auch die Defizite dieser Generation zu Tage.“ Auffällig ist beispielsweise die Diskrepanz von Anspruchsdenken und Eigeninitiative in Bezug auf Weiterbildungsangebote.

Dass ein Perspektivwechsel dringend erforderlich ist, machte Jan Westerbarkey von der Westaflex GmbH aus Gütersloh deutlich. „Wir als Unternehmen müssen uns um neue Mitarbeiter bewerben, wir sind also die Bewerber.“ Und um sich für die jährlich angestrebten 20 Neueinstellungen auf „den Radar“ den entsprechenden Kandidaten zu bringen, spielt Westaflex des „Social Media“-Klavier recht intensiv. Und mit Erfolg, was durch durchschnittlich 15 Initiativbewerbungen pro Monat eindrucksvoll belegt wird. „Unter anderem geht es darum“ so Westerbarkey, „die Mitarbeiter zu Markenbotschaftern zu machen.“

Die Zugehörigkeit zur Generation Y nicht allein über das Geburtsdatum zu definieren, empfahl Prof. Armin Trost von der Uni Furtwangen. Prägend sind die gesellschaftliche Strömungen Trends, von denen die Verbreitung von Social Media nur ein Aspekt ist. Die mit den Social Media gelebte „Welt ohne Hierarchie“ erfordert dabei ein Umdenken seitens der Unternehmen. Wer sich der Social Media bedient, der macht sich ansprechbar. Und zwar entsprechend der in der virtuellen Welt geltenden Regeln. Zu stark auf Formalia, etwa bei Bewerbungen zu achten, kann deswegen kontraproduktiv sein.

Die Vielfalt der Initiativen und Maßnahmen, die die inform GmbH aus Mainz als Ingenieurdienstleister durchführt korreliert zu dem überdurchschnittlichen Personalbedarf. „Derzeit sind 200 offene Stellen unbesetzt“, so Dr. Markus Hilleke, als Geschäftsführer zuständig für die Personalseite. Und die wird in Bezug auf das Marketing, die Pressearbeit, Messebesuche und das Relation Management genauso bearbeitet wie die Kundenseite.

Mit dem Beitrag „Begeisterung durch Beziehungsmanagement“ brachte Tanja Kremers als Personalleiterin der Schott AG am Standort Grünenplan einen weiteren Aspekt mit in die Diskussion. Wie bewegen Sie qualifizierte Mitarbeiter dazu, an „unattraktive“ Standorte sich zu bewegen? „Dazu reicht die starke Marke „SCHOTT“ nicht aus“,  erläuterte Kremers. Aus den einzelnen Maßnahmen des Beziehungsmanagements, das angefangen vom Personalmarketing bis zum Austrittsgespräch reicht, konnte jeder Teilnehmer wertvolle Anregungen für sein eigenes Unternehmen mit nach Hause nehmen.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Anja Robert, Leiterin der Abteilung Karriereentwicklung der RWTH Aachen die Möglichkeiten für Unternehmen, systematisch mit geeigneten Absolventen in Kontakt zu treten. Neben allgemeinen Werbemaßnahmen stieß das Stipendienprogramm auf reges Interesse, über das auch mittelständische Unternehmen mit einem überschaubaren Budget konkret in Erscheinung treten können. „Eine bislang zu wenig beachtete Gruppe sind auch unsere Studenten aus dem Ausland“, so Robert. Hier gibt es interessante Möglichkeiten, wenn ein Unternehmen daran mitarbeitet, die Sprachbarierren zu überwinden und sich auf kulturelle Unterschiede einzustellen.

Als Fazit resümierte Marczinski, dass sich die Generation Y durchaus ihrer demographisch vorteilhaften Position bewusst ist. Deswegen können Ansprüche, die es im Prinzip schon immer gab, jetzt tatsächlich durchgesetzt werden. Sich als Unternehmen als Bewerber um Mitarbeiter zu sehen und sich dabei nicht von der Welt ohne Hierarchie verwirren zu lassen, das ist Schlussfolgerung der Abschlussdiskussion.

CIMVerein und die CIM Aachen Management Consultants danken den Referenten und Teilnehmern für ihre Beiträge zu einer ausgesprochen gelungenen Veranstaltung.

Tagungsleitung

Marczinski, Götz
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