PPS.PRAXIS – Lean Production 2.0 2014

Mit SAP die Fabrikleistung steigern

Termin:
25. Juni 2014

Ort:
Leonardo Hotel Heidelberg - Walldorf

Veranstalter:
CIM Aachen GmbH

Nachbericht zum Seminar „PPS.PRAXIS – Lean Production 2.0“

Mehr (Produktivität) aus den vorhandenen Ressourcen zu holen ist die zentrale Aufgabe, wenn es darum geht, die Fabrikleistung zu steigern. Es geht in erster Linie um organisatorische Aspekte wie den Aufbau einer wirksamen Produktionssystematik. Die zum Einsatz kommende IT ist lediglich Mittel zum Zweck und so versteht sich auch SAP lediglich als „Enabler“ für die wirksame Umsetzung einer Produktionssystematik im Tagesgeschäft.

Dr. Götz Marczinski, Geschäftsführer von CIM Aachen beginnt seinen Impulsvortrag mit der Definition der Fabrikleistung und geeigneter Kennzahlen für die Ausbringung, Durchsatz und Kosten- bzw. Investquoten. Bei der Gelegenheit ordnete er das Seminarthema in die aktuelle Diskussion zur Industrie 4.0 ein. Demnach ist das Zusammenspiel von schlanker Produktionssystematik und darauf angepasste IT Einsatz durch die Industrie 4.0 nicht in Frage gestellt. Anhand eines Beispiels aus der Praxis verdeutlichte er das Credo von CIM Aachen: Systematik vor System! Denn die wesentlichen Effekte der gesteigerten Fabrikleistung gehen auf organisatorische Maßnahmen zurück. Der gesteigerte Nutzungsgrad der  IT schlägt sich „leider“ nur in vermiedenen Investitionen aus. Ein Effekt, der nicht in „üblichen“ Kennzahlen-Cockpits auftaucht.

Die Schulte-Henke GmbH setzt SAP als Mitglied der hubtex Gruppe ein. Das „Überstülpen“ der Gruppenlösung hat jedoch zu großen Ineffizienzen geführt, so Klaus Rodehüser, Leiter des Auftragszentrums bei Schulte-Henke. Viele Anwendungen, die auf den ersten Blick nicht möglich waren, wurden weiterhin mit Excel und Co gelöst. Andere, die nicht sinnvoll abzubilden sind, wurden zurückgenommen (bspw.: C-Teilmanagement außerhalb von SAP oder Einführung von Dummy-Baugruppen). Alles mit dem Ziel, Buchungsvorgänge zu vermeiden. „Das notwendige Wissen hierfür haben wir uns vor allem selbst online zusammengesucht“, so Rodehüser.

Stefan Göbel von der Oerlikon Barmag – Zweigniederlassung der Oerlikon Textile GmbH, zeigte in seinem Vortrag die Umsetzung der Produktionsplanungsstrategie für den Bereich Zahnrad-Dosier-pumpen in SAP auf. Auf Basis eines mittelfristigen Absatzplans (3 Jahre) wird im 6 Monatsrhythmus der Materialbedarf – bzw. der Kapazitätsbedarfsplan erzeugt. Unterhalb SAP kommt mit FELIOS ein Feinplanungstool zum Einsatz, mit dem gezielt Engpässe gesteuert werden. Durch den Einsatz konnten deutlich positive Effekte erzielt werden. So wurde die Termintreue nachhaltig gesteigert und der Umsatz mit der gleichen Mannschaft nahezu verdoppelt.

Einen systematischen Ansatz zum Aufbau einer schlanken Produktion stellte auch Clemens Rahm, Leiter Business Application Management bei der Schaeffler Technologies GmbH&Co. KG in seinem Beitrag vor. Mit der MOVE-Initiative wurde bei Schaeffler auf Basis einer Wertstrom-Analyse eine standardisierte Vorgehensweise zum Aufbau einer Produktionssystematik eingeführt. Auf dieser Basis wird mit standardisierten Tools die KANBAN-Fähigkeit von Artikel bewertet und regelmäßig überprüft. Die Umsetzung des KANBAN erfolgt dann unter Anwendung der entsprechenden Funktionalitäten in SAP, wodurch insbesondere der administrative Aufwand reduziert werden konnte.

Hans Helmut Graeff stellte abschließend mit der Rapid Deployment Solution ein Tool vor, mit dem zukünftig SAP-Lösungen schnell und effizient im Unternehmen eingeführt werden können. Dies erfolgt auf Basis vordefinierter Templates in einer Cloud-Lösung, die für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten gemietet werden kann. Dies bestätigte einmal mehr seine Aussage, dass es seitens SAP nicht an Innovationen fehle, deren Bekanntmachung bei den Usern “optimierbar” sei. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf den SAP Marketplace, auf dem Innovationen ausführlich vorgestellt werden.

„Lean Production bedeutet nicht nur Verschwendung in der Fertigung zu vermeiden sondern auch die administrativen Prozesse der produktionsnahen Stützprozesse zu verschlanken. Einfache Buchungsprozesse gehören ebenso hierzu wie eine schlanke Disposition und verschwendungsfreie Rückmeldeprozesse“ resümierte Ingo Laqua zum Abschluss. Hier bietet SAP umfassende Möglichkeiten, die jedoch nicht immer allen Usern bekannt sind. Welche Potenziale hier schlummern lässt sich mit Hilfe einer Ermittlung des SAP-Wirkungsgrades ermitteln. Dies bietet CIM Aachen interessierten Kunden als Dienstleistung an.

Referenten

Mario Zur, CIM Aachen GmbH -- Die Rolle der IT in der schlanken Produktion
Klaus Rodehüser, Schulte-Henke GmbH -- Lean Production mit SAP bei stabau
Stefan Göbel, Oerlikon Barmag GmbH & Co. KG -- SAP und Feinplanung - ein Widerspruch?
Clemens Rahm, Schaeffl Technologies GmbH & Co. KG -- eKANBAN in der Schaeffler-Gruppe
Hans-Helmut Graef, SAP AG -- SAP eKanban RDS (Rapid Deployment Solution): Der einfache und schnelle Weg zum Erfolg

Tagungsleitung

Ingo Laqua, Geschäftsführer, CIM Aachen GmbH, Aachen

Zielgruppe

Produktions-, Fertigungs- und Segmentleiter produzierender Unternehmen, Verantwortliche aus AV und IT, Projektleiter „Lean Production“, Betreuer des Produktionssystems, KVP Verantwortliche
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