PPS.PRAXIS – Lean Production 4.0 2015

Mit SAP die Fabrikleistung steigern

Termin:
23. Juni 2015

Ort:
SAP SE, Walldorf

Veranstalter:
CIM Aachen GmbH

Nachbericht zum Seminar „PPS.PRAXIS – Lean Production 4.0“

Mehr (Produktivität) aus den vorhandenen Ressourcen zu holen ist die zentrale Aufgabe, wenn es darum geht, die Fabrikleistung zu steigern. Es geht in erster Linie um organisatorische Aspekte wie den Aufbau einer wirksamen Produktionssystematik. Die zum Einsatz kommende IT, auch SAP, dient dabei lediglich als „Enabler“ für das Tagesgeschäft.

Markus Schoor, Projektleiter bei CIM Aachen, begann seinen Impulsvortrag mit der Definition der Fabrikleistung sowie geeigneter Kennzahlen zu deren Messung. Demnach ist Fabrikleistung die Ausbringung der Fabrik (Produktivität) nach Zeit (Bestände, Durchlaufzeiten) unter Berücksichtigung relevanter Kostenaspekte (Herstellkosten). Um die Fabrikleistung zu erhöhen, ist i.d.R. eine abgestimmte Produktionssystematik unerlässlich. Anhand eines Praxisbeispiels verdeutlicht er, dass eine Steigerung der Fabrikleistung häufig nur mit organisatorische Maßnahmen zu erreichen ist. Hierzu gehört bspw. die intelligente Nutzung der Produktstruktur, die sich im Wertstrom in Lagerstufen (Supermarkt) wiederspiegelt. Hierdurch kann bspw. eine Nivellierung der Produktion vor dem Supermarkt und eine deutliche Verkürzung der Lieferzeit zum Kunden erreicht werden. In SAP wird diese Systematik dann anschließend als Dispostufe verankert.

Die Schürholz GmbH & Co. KG setzt SAP seit Anfang 2013 ein. Mike Jopke, Geschäftsbereichsleiter Einkauf und Logistik, berichtete nach der  Unternehmensvorstellung über die Einführung von SAP beginnend mit der Entscheidung für ein neues ERP-System bis hin zum Go-Live. Zu Projektbeginn führten bei Schürholz 18 unterschiedliche, größtenteils nicht miteinander kommunizierende Tools zu einem gehörigen Mehraufwand. Im Rahmen eines Lean Administration-Projektes mit CIM Aachen fiel auf, dass unter diesen Umständen keine signifikanten Prozessverbesserungen in den administrativen Abläufen vorgenommen werden konnten. Durch die Entscheidung für SAP wurden neun separate Tools durch SAP ECC ersetzt. „Wichtige Punkte bestanden in der Projektorganisation und in der Freistellung der Key User“, so Jopke. Positive Erfahrungswerte nach 2,5 Jahren bestehen seither besonders in der EDI-Anbindung an Kunden und Lieferanten. Insbesondere die administrativen Abläufe konnten so deutlich verschlankt werden.

André de Windt von der Reifenhäuser Extrusion GmbH & Co. KG referierte in seinem Vortrag über die Erfolgsfaktoren bei der SAP-Einführung in der Reifenhäuser-Gruppe. Das vorherige System war für die neue Unternehmensstruktur nicht mehr geeignet und Informationsinseln mussten mit hohem Aufwand gepflegt werden. Durch die Definition von Kriterien, welche das neue System erfüllen sollen, stand SAP als geeigneter Anbieter fest. Zudem berichtete de Windt von der Erwartungshaltung zum Projektstart, über die Erfolgsfaktoren im Projekt und das Verhalten bei nachträglicher Veränderungen des Projektziels. „Erfolgsfaktoren waren insbesondere die Wahl eines geeigneten Projektpartners, eine gute Projektorganisation und die Investition in Softskills“, so de Windt. Das SAP Projekt umfasste bei einer Laufzeit von 2 Jahren 4 Business-Units & Holding, 500 Anwender und 45 Mitarbeiter im Projektteam sowie 1.400 Beratertage und 8.500 Tage internen Aufwand.

Die Rolle von SAP in der schlanken Produktion lag im Fokus der Ausführungen von Mario Zur, Projektleiter bei CIM Aachen. Die Fabrikleistung zu steigern bedeute nicht nur Wertschöpfung zu steigern sondern auch Rahmenbedingungen zu justieren und Stützprozesse zu optimieren. Anhand einer Sortimentsanalyse zeigt er, dass ein intelligentes Artikelsortiment mehr Potential heben kann, als IT-Systeme Aufwand reduzieren können. Durch die Bestimmung des IT-Wirkungsgrades können die bisherige Unterstützung des IT-Systems sowie das Potential des aktuellen Systems erfasst und die Abweichung transparent dargestellt werden. Hiermit können auch administrative Prozesse konsequent verschlankt werden. Zuletzt zeigte Zur noch Potentiale durch einen effizienten SAP-Einsatz anhand einiger Praxisbeispiele, wie Stammdaten-Workflows oder Intercompany-Business im SAP System.

Der abschließende Vortrag von Christian Hald (SAP Consulting) war dem Thema Bestandsoptimierung mit SAP-Lösungen gewidmet. Nach der Definition, welche die Bestandstreiber im Prozess vom Stammdatenmanagement bis hin zur Distributionsplanung sind, stellte Hald auch die typische Vorgehensweise von SAP Consulting zur Bestandsoptimierung sowie verschiedene SAP Tools in den Bereichen Controlling, Operations oder Stammdaten vor. Zudem simuliert Hald die Dimensionierung von Sicherheitsbeständen, Losgrößen und Widerbeschaffungszeiten sowie ABC/XYZ-Analysen in den jeweiligen Tools. Hald stellte die Verbesserung der Prognose-Genauigkeit sowie den Bestandsabbau bei konstanten Servicelevel als wesentliche Vorteile von SAP SCM Consulting Solutions.

„Lean Production bedeutet nicht nur Verschwendung in der Fertigung zu vermeiden sondern auch die administrativen Prozesse der produktionsnahen Stützprozesse zu verschlanken. Einfache Buchungsprozesse gehören ebenso hierzu wie eine schlanke Disposition und verschwendungsfreie Rückmeldeprozesse“ resümierte Ingo Laqua zum Abschluss. Hier bietet SAP umfassende Möglichkeiten, die jedoch nicht immer allen Usern bekannt sind. Welche Potenziale hier schlummern lässt sich mit Hilfe einer Ermittlung des SAP-Wirkungsgrades ermitteln. Dies bietet CIM Aachen interessierten Kunden als Dienstleistung an.

Referenten

Mario Zur, CIM Aachen GmbH -- Die Rolle der IT in der schlanken Produktion
Mike Jopke, Schürholz GmbH & Co. KG -- Einführung SAP von Auswahl bis Go Live
André de Windt, Reifenhäuser Extrusion GmbH & Co. KG -- SAP Einführung in der Reifenhäusergruppe
Markus Schoor, CIM Aachen GmbH -- Rahmenbedingungen zur Steigerung der Fabrikleistung
Christian Hald, SAP Deutschland SE -- Automatisiertes Stammdatenmanagement in SAP mit Lean Prinzipien

Tagungsleitung

Ingo Laqua, Geschäftsführer, CIM Aachen GmbH

Zielgruppe

Produktions-, Fertigungs- und Segmentleiter produzierender Unternehmen, Verantwortliche aus AV und IT, Projektleiter „Lean Production“, Betreuer des Produktionssystems, KVP Verantwortliche
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