Abbildung veränderter Prozesse ein Muss

Dipl.-Ing. Ingo Laqua ist Geschäftsführer der CIM GmbH Aachen

Neue Produktionsanforderungen haben Sofware wie APS oder MES auf den Weg gebracht, die der klassischen ERP zunehmend Paroli bieten. Firmenchefs stellen sich mit Blick auf die Optimierung ihrer Applikationen die Frage, was eine IT-Lösung effizient, produktiv und innovativ macht. Antworten darauf geben die Experten der Aachener PPS-Tage Ende April.

Die Aufgaben, die ein Unternehmen heute an eine moderne IT-Unterstützung stellt, sind weit anspruchsvoller, als funktionale Module bereitzustellen, die auf eine zentrale Datenbasis zugreifen. Vielmehr müssen komplexe Lieferketten, individuelle Produktionssystematiken oder eine marktsynchrone Produktion abgebildet werden. Dies stellt die IT-Anbieter vor die Herausforderung ein Höchstmaß an Flexibilität bereit-zuhalten, gleichzeitig jedoch weiter-hin eine Standardsoftware anzubieten.

Auch das ist einer der Gründe für die zunehmende Konsolidierung auf dem Softwaremarkt. Die Umsetzung solcher Anforderungen bedeutet für viele Anbieter einen hohen Entwicklungsaufwand, der von vielen nur in einer Allianz aufgebracht werden kann.

Gleichzeitig entwickeln sich aufgrund solcher Anforderungen neue Softwaremärkte, die der klassischen ERP (Enterprise Ressource Planning) gerade im Produktionsbereich zunehmend Paroli bieten. APS (Advanced Planning und Scheduling) und MES (Manufacturing Execution System) sind Beispiele dafür, wie mit unterschiedlichen Ansätzen versucht wird, klassische Produktionsplanungsmodule von ERP-Anbietern zu ergänzen oder in Teilbereichen sogar zu ersetzen. Durch die Fokussierung auf unterschiedliche Unternehmensspezifika gelingt es somit wirklich einigen Anbietern effiziente, produktive und innovative Software bereitzustellen, die den z.T. mächtigen Modulen klassischer ERP-Anbieter überlegen sind.

Effizient ist eine Software dann, wenn durch ihren Einsatz eine höhere Ausbringung mit bestehenden Ressourcen ermöglicht wird - also mit der gleichen Mannschaft mehr Angebote erstellt, mehr Aufträge abgewickelt oder mehr Ware produziert wird. Dies setzt jedoch ein höheres Mengengerüst voraus. Anderenfalls kann eine Software nur dann effizient sein, wenn das bestehende Mengengerüst mit weniger Ressourcen abgebildet wird, was Personaleinsparungen bedeutet.

Ein Beispiel für einen effizienten Softwareeinsatz ist, wenn durch ein intelligentes Planungssystem Ressourcen, Betriebsmittel und Material so gesteuert werden können, dass über einen vermeintlichen Engpass mehr Produkte je Zeiteinheit gefahren werden können. Insbesondere bei komplexen Fertigungsverfahren oder bei kapitalintensiven Produktionsanlagen bedeutet dies häufig einen sehr kleinen Return on Investment.

Was macht eine Software produktiv? Die Produktivität hängt in erster Linie von zwei Faktoren ab: Wie lange dauert es, bis die Software fehlerfrei in Echtbetrieb geht und wie hoch ist dann deren Verfügbarkeit?

Hier muss sich der Unternehmer selbst die Frage stellen: Welche Ziele verfolge ich mit der Einführung einer neuen Software und wie gut bin ich darauf vorbereitet? Wer hier Trends hinterherläuft und mit einem Stück Software sein Unternehmen sanieren möchte, wird schnell die Aussichtlosigkeit dieses Weges erkennen. Ein gezieltes Reengineering und eine konkrete Formulierung der verfolgten Ziele im Vorfeld sind un-abdingbare Bestandteile einer erfolgreichen Software-Implementierung.

Nach Effizienz und Produktivität sollte sich der Unternehmer fragen, was eine Software innovatic macht. Allerdings lautet die Frage eher: Wie viel Innovation hilft dem Anwender? Das Abbilden neuer Softwaretrends ist auf mittelfristige Sicht für die Anwenderseite von Bedeutung, insbesondere , wenn hierdurch die Effizienz nachhaltig gesteigert wird. Beispiele hierfür waren das Anbinden von Web-Technologien oder die Abbildung durchgängiger Lieferketten. Kurzfristig sind viele Anwender aber eher daran interessiert, wie schnell und flexibel eine Software auf Innovation ihres Geschäftes reagiert. Stellt der Unternehmer nach der Verlagerung seiner Produktion ins Ausland fest, dass seine Software nicht in der Lage ist, diese veränderten Geschäftsprozesse abzubilden, so steht er vor einem sehr konkreten Problem. In diesem Zusammenhang kommt es eher darauf an, wie innovativ der Software-Anbieter mit dieser Problemstellung umgeht.

Oft deckt erst Restrukturierung Software-Potenziale auf

Der Unternehmer muss sich in diesem Zusammenhang zwei Fragen stellen: Sind meine Geschäftsprozesse so effizient strukturiert, dass sie in einer Software abgebildet werden können? In vielen Fällen bedeutet dies, dass eine Restrukturierung dringend erforderlich ist, um die wahren Potenziale einer Software-Einführung zu realisieren. Durch die Definition von Prozessketten, die Straffung dieser Prozesse und deren Abbildung in der Organisation sind in vielen Fällen die größten Effekte zu erzielen. Hierbei ist es empfehlenswert, dies von neutraler Stelle durchführen zu lassen, um nicht die Interessen des Software-Anbieters zu sehr in den Vordergrund treten zu lassen.

Welche Software eignet sich, um die geplanten Geschäftsprozesse abzudecken? Neben den überhaupt in Frage kommenden Tools stellt sich hier auch die Frage, ob Standalone-Lösungen, die ggf. branchenspezifisch angepasst, oder die verfügbaren Module des ERP-Anbieters geeignet sind, die gestellten Anforderungen zu erfüllen. Ein Überblick über den Markt hilft hier, langfristige und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden. Das Stichwort Investitionssicherheit ist in der heutigen Situation für viele Unternehmen entscheidend und wird im Themenkreis I der diesjährigen Aachener PPS-Tage diskutiert.

Mit Blick auf die Optimierung bestehender DV-Landschaften geben die PPS-Tage dem Unternehmer ebenfalls eine Antwort auf die Frage, wie durchgängige Supply-Chain-Ketten und individuelle Produktionssysteme in der Software abgebildet werden können.

12. Aachener PPS-Tage 2005: Trends und Innovationen

Zum 12. Mal werden am 27. und 28. April 2005 die Aachener PPS-Tage unter dem Motto "Best Practice ERP - effizient, produktiv, innovativ" stattfinden. In einer Kombination aus Fachtagung und Fachmesse bieten die Aachener PPS-Tage Raum für intensive Wissensvermittlung und lebendigen Erfahrungsaustausch zu den Themen ERP/PPS, SCM, CRM, E-Business und Warenwirtschaft. Neben der CeBit in Hannover und der Systems in München sind die Aachener PPS-Tage die nationale Veranstaltung im Bereich ERP und bieten den Besuchern kompetente und praxisnahe Informationen auf höchstem Niveau.

Die Fachtagung der Aachener PPS-Tage fokussiert aktuelle Entwicklungen in den Bereichen ERP/PPS, SCM und CRM und ist damit die Informations-Plattform für IT-Entscheider. In zahlreichen interessanten Vorträgen berichten hochkarätige Referenten aus Industrie und Wissenschaft über innovative und bewährte Konzepte zur Auswahl und Einführung von ERP-Lösungen, über die Optimierung und Harmonisierung bestehender IT-Landschaften und über Erfolgs- und Risikofaktoren solcher Projekte. Best-Practice Beispiele vermitteln den Tagungsteilnehmern wertvolle Informationen und Erfahrungen aus aktuellen Projekten.

Auf der kostenlosen Fachmesse der Aachener PPS-Tage präsentieren mehr als 45 namhafte Anbieter ihre innovativen Software-Lösungen. Mit Hilfe der Referenzrecherche können Besucher die für sie geeigneten Systeme und Anbieter ermitteln und können sich schnell einen Marktüberblick verschaffen, Lösungen im Anbieterforum vergleichen und erste Kontakte mit den Anbietern knüpfen.

Das Programm:

  • Investitionssicherheit für den Mittelstand – Erfolgreiche Auswahl und Einführung von ERP-/PPS-Systemen
    • Marktorientierte Auswahl von Software und Anbieter
    • Zielgerichtete Reorganisation von Geschäftsprozessen
    • Innovatives Projektmanagement für die Systemeinführung
  • Bestehende ERP-/ PPS-Landschaften optimal am Produktionssystem ausrichten
    • Moderne Produktionssysteme als Grundlage für die Produktionseffizienz
    • Die Integration von ERP/ PPS in ganzheitliche Produktionssysteme
    • Wie helfen ERP-/ PPS-Systeme beim „Manufacturing on demand“?
  • SCM – Lieferketten mit ERP-/ PPS-Systemen mittelstands-gerecht gestalten
    • Herausforderung „Neuer Produktionsstandort“ – Harmonisierung gewachsener IT-Landschaften
    • Lieferant, Produzent, Kunde – Erfolgsfaktoren für das Netzwerkmanagement
    • Trends und Innovationen im SCM
  • Best Practice ERP: Von anderen lernen
    • Efficient Consumer Response – Schon vorher wissen, was der Kunde bestellt
    • Manufacturing Execution Systeme – Eine Planung ist nur so gut wie die Basis, auf der sie aufbaut
    • Advanced Planning – Wenn Algorithmen zur Produktionsplanung erforderlich werden.

Weitere Informationen:

erschienen in Industrieanzeiger, März 2005

Cookies und externe Dienste erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir diese Dienste verwenden. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.