AWS kombiniert Qualität mit Entlohnung

Thomas Pehl, Projektleiter bei der CIMAachen

Straßfurt (kk). Profitable Lohnfertigung in Deutschland ist nur mit einem hocheffizienten Produktionssystem möglich. Eine leistungsorientierte Entlohnung auf Basis eines Produktionscontrollings ist ein zentraler Bestandteil. Die AWS Achslagerwerk Straßfurt GmbH hat mit Hilfe der CIMAachen ein solches Gehaltsmodell als Baustein für die Zukunftssicherung des Unternehmens etabliert

Die Firma AWS Achsenlagerwerk Straßfurt GmbH fertigt mit modernen Produktionsanlagen und 250 Mitarbeitern in zwei Werken und einer weiteren Tochterfirma flexibel auch kleinere Serien für führende Automobilhersteller sowie die Bahn- und Windkraftindustrie.

Als einen der ersten Schritte in eine profitable Zukunft hat daher die AWS Achslagerwerk Staßfurt GmbH im letzten Halbjahr in Zusammenarbeit mit der CIMAachen ihr Kennzahlensystem zur Steuerung der Unternehmensfunktionen insbesondere der Fertigung neu aufgebaut. Ein solches Vorhaben an sich ist dabei nichts besonderes. Wesentlich ist allerdings, dass dieses Kennzahlensystem nicht nur der Unternehmenssteuerung dient, sondern von vornherein als Basisbaustein für eine leistungsorientierte Entlohnung ausgelegt wurde.

Basisbaustein für leistungsorientierte Entlohnung

Im ersten Schritt wurden gemeinsam mit den Experten der CIMAachen in einem Basis-Workshop die zentralen wirtschaftlichen Unternehmensziele erfasst. Im zweiten Schritt wurden AWS-intern, vor allem in der Produktion, durch eine Segmentierung abgeschlossene Verantwortungsbereiche festgelegt, die die Bilanzgrenzen für das Kennzahlenmodell bilden. Dabei wählte die AWS auf Grund der heutigen Produkt- und Fertigungsstruktur eine horizontale Segmentierung nach Bearbeitungstechnologien. Für diese Struktur wurde in mehreren Workshops mit der CIMAachen ein neues Kennzahlensystem entwickelt. Dabei wurde eine ausführliche schriftliche Definition je Kennzahl bis auf die Ebene der Datenfelder sowie eine Bewertung der heutigen Datenqualität durchgeführt.

Basierend auf der zentralen Führungsgröße Umsatzrendite (ROS – Return on sales) wurden schrittweise die Bestandteile Gewinn und Umsatz mit Gewichtung auf Bereichs- und Grup-penkennzahlen heruntergebrochen.

Je Organisationseinheit kombinierte man sowohl unternehmensübergreifende als auch gruppenspezifische Kennzahlen. Aufgrund der Kernkompetenz Lohnfertigung leiten sich die Kernkennzahlen aus den Bereichen Qualität, Termin und Kosten (Produktivität) ab. So wird beispielsweise für die Bestimmung der zentralen Kennzahl Produktivität die Anzahl der erstellten Gutstück mit der Vorgabezeit gewichtet und der Anwesenheit der Mitarbeiter der Gruppe gegenübergestellt. Durch eine künftige Flexibilisierung der Arbeitszeit wird so den Mitarbeitern ermöglicht, beide Komponenten der Kennzahl zu beeinflussen. Dabei sind die formulierten Kennzahlen selbstschärfend, was bedeutet, dass bei wiederholter Erreichung eines Grenzwertes dieser zur neuen Bemessungsbasis wird. „Die Kennzahl „Gutstück pro Abwesenheitsstunde“ ist in diesem Bereich am aussagekräftigsten“, erklärt AWS-Geschäftsführer Patrick Luig.

Detaillierung der Grunddaten notwendig

Derzeit befindet sich die AWS in der Vervollständigung der Datenbasis und der Automatisierung der Datenerfassung und - aggregierung. Obwohl bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl von Kenngrößen ermittelt wurden, erfordert die systematische Neudefinition die Er-fassung bzw. Detaillierung von „anderen“ Grunddaten als Ausgangsbasis für einen Zeitreihenvergleich. In den kommenden Wochen führt die CIMAachen auf dieser Basis eine Schattenrechnung durch, um das Kennzahlenmodell und das inzwischen definierte Konzept für die leistungsorientierte Entlohnung auf seine Belastbarkeit zu testen.
„Wir konnten durch die Zusammenarbeit mit der CIMAachen unser Produktionscontrolling von Anfang an so systematisch und logisch neuaufbauen, dass wir bei der künftigen Einführung des Leistungslohnes perfekt darauf aufbauen können.“ so Heinz-Jürgen Luig, geschäftsführender Gesellschafter der AWS.

erschienen in Produktion Nr. 24, Juni 2004

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