Business Integration - oder wie man mit mundgerechten Werkzeugdaten der Fertigung Leben einhaucht

Boris Kaiser

Werkzeugdaten sind für unterschiedliche Anforderungen erforderlich, angefangen vom Web-Shop bis zur Datenbereitstellung für die Simulation. Trotz zahlreicher Standardisierungsinitiativen gibt es immer noch inkonsistente Datenformate und unvollständige Datenbestände. Viel zu tun für das Business Integration Team von CIM Aachen.

Insgesamt 5 Mitarbeiter beschäftigen sich, wenn auch nicht Vollzeit, so doch intensiv mit dem Aufbereiten von Werkzeugdaten für unterschiedliche Anwendungen. Das fängt an bei der Konvertierung der Daten für Einkaufsplattformen, das beinhaltet die Generierung von Technologiedaten, das erfordert in vielen Fällen die Vervollständigung fehlender Sachmerkmale für die Werkzeughersteller.

Praktisch werden dazu die verfügbaren Datenquellen (Katalogdaten, Daten im Web Shop, Daten aus der Druckvorstufe,..) "angezapft" und ein einheitlicher Datenbestand erzeugt. Dann wird eine Master-Klassifizierung erzeugt, die möglichst dicht an internationalen Standards ist. Die dafür notwendigen Kenntnisse der Werkzeugtechnologie als auch der Klassifikationsstandards sind in Aachen vorhanden.

Für die Bereitstellung der Daten werden die konkreten Kundenwünsche abgefragt. So ist beispielsweise BMEkat nicht gleich BMEkat. Welche "Kann-Felder" sind gefordert? Wo liegt die Kompromisslinie bei den Sachmerkmalen? Alle diese Fragen klärt das Business Integration Team, bevor ein konkretes Mapping erstellt wird. Die Ansprüche steigen, wenn man berücksichtigt, dass die Produktionsbetriebe, die die Werkzeuge in der Fertigung einsetzen, die Werkzeugdaten zur Erstellung der Fertigungsunterlagen benötigen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Datenqualität, wenn es um die NC-Programmerstellung, die Generierung von Werkzeugeinstellplänen oder um die NC-Verifikation geht.

Reichten für CAM-Anwendungen bislang 2D-DXF-Grafiken, erfordern moderne Simulationsprogramme heute vermehrt 3D-Modelle. Hier ist zu unterscheiden, ob "nur" eine einfache Kollisionskontrolle durchgeführt werden soll, oder ob darüber hinaus auch die Restmaterialberechnung möglich sein soll.

Doch in vielen Fällen wird die Diskussion der geforderten Genauigkeit übertrieben.

Die Probleme der Datenaufbereitung sind viel banaler.

  • 2D-Grafiken sind nicht konsistent in der BMG-Layerstruktur, die neue BMGLayerstruktur 3.0 kennt kaum jemand.
  • 3D-Grafiken fehlen überwiegend, ein Standard wird mit der DIN 4003 gerade erst aufgebaut.
  • Geometrische Beschreibungen erfüllen vom Umfang her nicht die Anforderungen der Anwender, es fehlen Sachmerkmale.
  • Schnittdaten und Trennstellen sind nicht gepflegt.

Das Business Integration Team hilft aber auch jedem Fertigungsbetrieb, eine Werkzeugdatenbank aufzubauen. Meistens geht es dabei darum, einem Toolmanagement- System Leben einzuhauchen. Viele Daten können wir dabei aus unserer CIMSOURCE - Datenbank ziehen bzw. anhand dieser Daten generieren. Einige Daten bekommen wir auf Anfrage beim jeweiligen Hersteller. Und wenn gar nichts mehr hilft, wird "abgeschrieben". Auch dabei helfen unsere Extraktionstools, die Printkataloge und Web-Seiten "absaugen" können.

erschienen in CIM Aktuell, April 2010

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