CIMSOURCE - Informationsdrehscheibe des Werkzeugkreislaufs

Dr. Matthias Müller

Zur wirtschaftlichen Auslegung von Zerspanprozessen reichen für sich genommen weder die Kenntnis des Stands der Technik bei den Werkzeugherstellern noch die Erfahrungswerte der eigenen Produktion. Beides ist erforderlich.

Die Produktion als Anwender von Zerspanwerkzeugen steht in der Verantwortung effizient zu fertigen. Aber oft wird in den vorgelagerten Bereichen Arbeitsvorbereitung und NC-Programmierung bereits durch Auswahl der Betriebsmittel und Einsatzbedingungen die Produktivität entscheidend bestimmt. Der effiziente Einsatz von Präzisionswerkzeugen erfordert daher eine auf die Fertigungsstruktur zugeschnittene Werkzeugstrategie. Und dazu sind effiziente Informationsprozesse und EDV-Hilfsmittel notwendig.

Arbeitsvorbereitung: Hauptzeit oder Standzeit?
Die Arbeitsvorbereitung hat einerseits neue Werkzeugtechnologien effektiv umzusetzen und andererseits die Produktion bei kürzeren Durchlaufzeiten zu unterstützen. Doch die Möglichkeiten zur Optimierung werden gekontert von sinkenden Losgrößen und höhere Variantenvielfalt (Produktionsprogramm bestimmt die Werkzeugwechsel!). Stabiler Prozeß (Standzeit) sticht Schnittgeschwindigkeit, lautet vielfach daher die einfache Regel der AV. Und weg ist das Potential zur Optimierung von Fertigungsprozessen, auch jenseits der Hauptzeiten.

Nicht nur deswegen differenzieren sich die Werkzeugherseller als Technologielieferanten über die Schnittdaten. Die Vielfalt an Informationen ist jedoch eine Herausforderung für sich. Deswegen erscheint CIMSOURCE dreimal jährlich. Die aktualisierten Werkzeuginformationen der 15 beteiligten Hersteller erleichtern die Verfolgung vom Stand der Technik im Werkzeugmarkt erheblich.

Und die Datenübernahme, ...ist auch schon drin. Jedenfalls für Kunden der NC-Programmiersysteme von EXAPT, COSCOM und neuerdings auch MASTERCAM.

Produktion: Überblick oder Schwarzbestand?
Wesentlich für einen funktionierenden Werkzeugkreislauf ist der jeweils aktuelle Überblick über den Bestand, den Lagerort und den Zustand der einzelnen Werkzeuge. Wenn diese Informationen fehlen, findet i.d.R eine Hortung der Werkzeuge an den Maschinen statt. Doch Werkzeugbestände bedeuten auch Suchaufwand. Und da freut sich der Werkzeuglieferant. Denn Neukauf ist doch billiger als endlos suchen. Vielleicht ist aber doch eine Werkzeugverwaltung angesagt, denn die Datenbasis inklusive Update für Ihr BMV-System liefert CIMSOURCE auf Knopfdruck.

Verschlissene Komplettwerkzeuge nicht einfach zu ersetzen, sondern aus neuen verbesserten Schneiden und wiederverwendbaren Aufnahmen zu kombinieren, ist mit dieser Datenbasis ebenfalls einfach möglich. Und damit die kostengünstige Nutzung von Leistungsverbesserungen moderner Schneidstoffe.

Und Sonderwerkzeuge, jenseits des Katalogprogramms? Und eigene Erfahrungswerte? Kein Problem, die nächste Neuauflage von CIMSOURCE wird die Eingabe eigener Werkzeuge einschließlich optimierter Einsatzbedingungen ermöglichen. Diese erweiterbare Datenbasis wird mit Internettechnologien als Plattform für ein standortunabhängiges Informationsnetz dienen.

Einkauf - Ist weniger nicht mehr?
Die Beschaffung nutzt die standardisierte Datenbasis in zwei Richtungen. Einerseits werden Ersatzteile und Zubehör mit den angebotenen Suchwegen und Bestellinformationen wesentlich einfacher beschafft. Andererseits läßt sich die Werkzeugvielfalt wirkungsvoll eindämmen.

Die mit CIMSOURCE gebotenen Möglichkeiten, einzelne Werkzeuge als ”im Unternehmen vorhanden” zu kennzeichnen, kanalisieren dezentrale Beschaffungsvorgänge auf Vorzugslieferanten. Abrufe aus Rahmenverträgen statt Einzelbestellungen sind dann der nächste Schritt.

Toolmanagement - Der Kreis ist geschlossen
Vor diesem Hintergrund ist CIMSOURCE die Informationsdrehscheibe für das Tool Management mit dem Ziel, das Potential neuer Zerspantechnologien betriebswirtschaftlich ergebniswirksam zu machen.

Zum erfolgreichen Tool Management gehört außerdem, die Werkzeugkosten ganzheitlich zu betrachten. Denn betriebswirtschaftlich relevant sind die Einstandskosten am Verwendungsort. Diese enthalten neben dem Kaufpreis für das Werkzeug insbesondere die Prozeßkosten zur Werkzeugauswahl und zur Beschaffung, Bereitstellung und Entsorgung. Dieses Ziel wird mit derdurchgängigen abteilungsübergreifenden Informationskette rund um das Werkzeug erfüllt.

Wem nutzt CIMSOURCE?

  • Arbeitsvorbereitung: durch schnelle Werkzeugsuche nach Geometrie, Technologie und Bearbeitungsfall, unterstützt durch anwendungsorientierte Suchstrategien,
  • CNC-Programmierung: durch Übernahme von Geometriemerkmalen, CAD-Zeichnungen, herstellerneutrale Trennstellen und Einsatzparametern über Schnittstellen
  • Disposition/Einkauf: durch Lieferantenzuordnung, Bestellinformationen und Lieferzeiten bis hin zu Rabattstaffeln bezogen auf einzelne Werkzeuggruppen,
  • Lagerung: durch Betriebsmittelzuordnung, Lagerverwaltung und Werkzeugauswahl einschließlich Ersatzteilsuche,
  • Produktion: durch anwendungsbezogene Schnittwertausgabe über Bearbeitungsaufgabe, -bereich und Arbeitsbedingungen für den eigenen Werkstoff nach VDI 3323.
  • EDV: durch einfache Stammdatenübernahme nach DIN 4000 in BMV-Systeme, NC-Programmiersysteme, Voreinstellsysteme und moderne PPS.

 

erschienen in CIMAktuell, November 1999

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