eCommerce aus dem Baukasten – eine Software für Online- und Offline-Medien

Dr. Götz Marczinski

Ob ein Produktkatalog nun auf Papier gedruckt wird oder digitalisiert ins Netz gestellt wird - wo ist das Problem? Kehrseite der „problemfreien“ Zone: Digitalisiertes Papier läßt sich ebenso schlecht EDV-mäßig weiterverarbeiten wie das bedruckte Papier selbst. Datenbankbasierte Lösungen statt digitalisierter Papierkataloge sind gefragt.

Deswegen gehören für technische Produkte längst CD-ROM Lösungen zum Alltag der Einkäufer, Konstrukteure und Arbeitsvorbereiter. Und wenn man Glück hat, sogar nur eine integrierte, herstellerübergreifende Lösung. So wie CIMSOURCE für Präzisionswerkzeuge. Und wie kommen die ins Netz?

Modularer Softwarebaukasten
Daß Internet-Anwendung und CD-ROM, nicht zwangsläufig zu einer zweigleisigen Softwareentwicklung führen müssen, und insbesondere auch nicht zu einer doppelten Datenhaltung, zeigt die neue Softwaregeneration von CIMSOURCE. Durch die konsequente Modularisierung der Software ist es jetzt möglich, einzelne Module für individuelle Lösungen wiederzuverwenden oder den individuellen Anforderungen in Projekten anzupassen. Die Nagelprobe hat diese Software-Architektur bereits in unterschiedlichen Projekten bestanden. Weitere sind in Arbeit.

Softwarebaukasten heißt, verschiedene Datenbanken mit unterschiedlichen Benutzeroberflächen zu kombinieren. Und damit die gleichen Softwarebausteine für unterschiedlich dimensionierte Lösungen zu verwenden. Es ist eben ein Unterschied, ob man eine Software für ein überschaubares Produktspektrum von etwa 5000 Artikeln einsetzen will, oder weit über 100 000 einzelne Produkte mit allen dazugehörigen Informationen (Grafiken, Ersatzteile, Einsatzbedingungen in verschiedenen Materialien etc.) in einer weltweit verfügbaren Internet-Datenbank halten möchte.

Denn Skalierbarkeit heißt, entsprechend dem konkreten Anforderungsprofil für eine Lösung die richtigen Module auszuwählen und zusammenzustellen. Skalierbarkeit hört dabei nicht bei der Datenbank auf, auch die darunterliegende Hardware- und Betriebssystemplattform muß flexibel gewählt werden können: ob nun Windows NT, UNIX- oder LINUX-Server, alles wird unterstützt. Skalierbarkeit geht hier Hand in Hand mit Portabilität, d.h. Übertragbarkeit auf andere Plattformen.

So unterscheiden sich die nach wie vor verfügbare bekannte Windows-basierte CIMSOURCE-Lösung und die jetzt im Internet verfügbare Lösung zum einen in der nach außen hin sichtbaren Benutzeroberfläche (GUI – Graphical User Interface), zum anderen in der darunterliegenden Datenbank. Hier stehen einerseits die klassische Windows-Oberfläche einer browserfägigen HTML-Lösung gegenüber, andererseits eine PC-Datenbank einer für den Internet-Betrieb optimierten Datenbank auf einem Web-Server.

eCommerce und Internet-Shops
Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, daß auf derselben Datenbank verschiedene Applikationen aufgesetzt werden können. Denn in den Möglichkeiten der Gestaltung der Oberfläche (GUI) unterscheiden sich klassische PC-Applikationen und Internetlösungen immer noch erheblich. Auch bei der Performance ergeben sich noch Vorteile für die klassische Windows-GUI. Um im internationalen Verbund auf eine gemeinsame Datenbank zuzugreifen, ist ein Intranet und damit die Internet-Technologie die einheitliche und damit auch kosten-günstigste Lösung.

Von der Informationsgestaltung zum Cross-Media Publishing
Die neue Software-Architektur ist zwar für Präzisionswerkzeuge entwickelt worden, was insbesondere eine vordefinierte Datenstruktur einschließt. Der Software-Baukasten ist aber auch für andere Produkte (Befestigungselemente, Normteile, Dichtungselemente) im technischen Umfeld mit anderer Datenstruktur anwendbar. Was im wesentlichen heißt, den Prozeß der Informationsgestaltung (Sortimentsstrukturierung, Artikelklassifizierung, Nomenklatur,..) zu durchlaufen. Interne Abläufe sind zu prüfen, Datenbestände zusammenzubringen und abzugleichen.

Skalierbare Individuallösung
Jede individuelle Lösung auf dieser Softwarebasis kann mit den Kundenanforderungen wachsen, indem z.B. mit zunehmendem Datenumfang eine leistungsfähigere Datenbank einge-setzt wird. Auch die Speisung eines Setzprogrammes für Papierkataloge wie Quark Xpress über die ODBC-Schnittstelle ist denkbar. Cross Media Publishing ist also gar nicht so fern. Die Verantwortlichen sind zum Nach-denken und zur Suche nach effizienteren Lösungen aufgefordert. Hier ist eine, über die es sich lohnt nachzudenken!

erschienen in CIMAktuell, Mai 2000