Toolmanagement in der Praxis

Dr. Matthias Müller

Die Beschaffungskosten für Werkzeuge können sehr genau auf 3-5% der Fertigungskosten beziffert werden. Aber wie hoch die indirekten Aufwände und Kosten sind, bis das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit an der Maschine ist, kann oft nicht einmal abgeschätzt werden. Dieses Potential zu erschließen ist das Ziel der Betriebsmittelorganisation oder auch Toolmanagement.

Unter Betriebsmittelorganisation wird oft nur die Betrachtung der direkten Werkzeugkosten in der Produktion verstanden. Vernachlässigt wird hierbei, daß dieser Produktionsfaktor sich über unternehmensweite Informationsketten erstreckt.

Die indirekten Kosten
Der Kreislauf der Präzisionswerkzeuge beginnt bereits mit der Auswahl von Werkzeugen in der Arbeitsvorbereitung, die oft gestützt auf Papierkataloge erfolgt. Hier stellt sich bereits die Frage, ob ein Werkzeug mit bestimmten Anforderungen bereits im Unternehmen vorhanden ist (und wenn, dann wo?) oder eine Neubeschaffung ansteht. Wenn dies notwendig ist, müssen im folgenden die Bestellinformationen an den Einkauf, die Dispositionsdaten an das Lager und insbesondere Schnittdaten und Geometrie an die NC-Programmierung und die CAD-Konstruktion weitergeleitet werden (s. Abb. 1).

Die notwendigen Informationen werden oft erst auf Anfrage der einzelnen Fachbereiche und oft nur nach mühsamer Suche bereitgestellt. Die Kosten allein bei diesen Tätigkeiten übersteigen in der Regel den Beschaffungswert der Werkzeuge deutlich.

Vom Praktiker für Praktiker
„Toolmanagement in der Praxis“ lautete der Titel unseres Seminars aus der Reihe Wirtschaftliches Zerspanen, das am 25.02. in Düsseldorf im Schulungszentrum von SANDVIK zu lebhaften Diskussionen führte.

Das Fazit des Tages lautete eindeutig:
Effizientes Toolmanagement stützt sich nicht auf eine feststehende Methode, sondern besteht aus einer individuellen Abstimmung der Bausteine:

  • Reorganisation der Abläufe,
  • Unterstützung durch EDV und
  • Einbindung externer Dienstleister.

Kontrovers betrachtet wurde insbesondere die Möglichkeit, externe Dienstleister in die eigenen Abläufe einzubeziehen. Eine Entscheidung wird insbesondere von der eigenen Produktstruktur und Fertigungstiefe beeinflußt.

Bei einem geeigneten Betriebsmittelverwaltungssystem als EDV-Unterstützung zählt vor allem der modulare Aufbau, um gezielt eigene Potentiale zu erreichen, ohne weitere Insellösungen aufzubauen. Wichtig ist auch eine schnelle Datenbereitstellung zur Optimierung der Einführungszeit der Software. CIMSOURCE, das Elektronische Werkzeuginformationssystem mit den Werkzeuginformationen von 15 führenden Herstellern bietet, basierend auf der genormten Datenstruktur nach DIN 4000 und den verfügbaren Schnittstellen, besonders für diese Aufgabe eine einzigartige Lösung.

Die Reorganisation der eigenen Abläufe ist jedoch entscheidend für eine effiziente Betriebsmittelorganisation. Wichtig ist hierbei vor allem, die Ursachen und Wirkungszusammenhänge der abteilungsübergreifenden Informationsketten aufzudecken. Maßnahmen zur Verbesserung sind hierbei z.B. :

  • die Versetzung der NC-Programmierung in die Produktion, wenn oft Varianten gefertigt werden,
  • ein zentrales Werkzeuglager in einem Paternoster, oder auch
  • leistungsbezogene Entlohnung als Anreiz zur Prozeßoptimierung und Weitergabe des „Kopfwissens“ einzelner Mitarbeiter.

Das Projekt Toolmanagement
Um die geeignete Maßnahme zur Erschließung der eigenen Potentiale einzugrenzen, ist in einem ersten Schritt eine IST-Analyse notwendig. Die CIM GmbH bietet hierzu in einer Kurzanalyse die Quantifizierung der Aufwandstreiber und Konzeption einer individuellen Betriebsmittelorganisation an. Um sich ein schnelles Bild der Transparenz Ihrer Werkzeugabläufe zu verschaffen, beantworten Sie bitte für sich den Auszug aus unserem Fragebogen (siehe unten).

Eines hat die Diskussion an diesem Tag ergeben: Es gibt keine universelle Lösung, für jedes Unternehmen und für jeden Anwendungsfall muß die geeignete Lösung individuell erarbeitet werden.

Wenn Sie firmenindividuell auch Ihre Potentiale nutzen wollen, dann fordern Sie unser Leistungsspektrum an, oder besuchen uns auf der EMO’99 in Paris, Halle 3, B 58.

Auszug unseres Fragekataloges zur Betriebsmittelorganisation:
1. Könnte ein neuer Mitarbeiter der Werkzeugausgabe an einem Tag lernen, wo sich bei Ihnen Werkzeuge befinden können, wie Werkzeuge ausgegeben werden und wie darüber Buch geführt wird?  Ja  Nein
2. Sie benötigen dringend ein Werkzeug, das nicht in der Werkzeugausgabe verfügbar ist. Müssen Sie dann eine physische Notfallsuche über Maschinen, Abteilungen und Werker starten?  Ja  Nein
3. Bestellen Sie Werkzeuge spontan und/oder in kleinen Mengen?
 Ja  Nein
4. Haben Ihre Werker Vertrauen in die Verfügbarkeit der Werkzeuge, oder kommt es vor, daß Werkzeuge gehortet oder zuviel bestellt werden?
 Ja  Nein
5. Bestellen Sie neue Werkzeuge und Vorrichtungen, wenn dieses schon an anderer Stelle Ihres Betriebes verfügbar sein könnten?  Ja  Nein
6. Wieviel verschiedene Werkzeugtypen verwenden Sie?  
7. Welchen Bestandswert haben die vorrätigen Werkzeuge?  

erschienen in CIMAktuell, Mai 1999

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