Werkzeugaufbereitung und Toolmanagement - Kontroverse Diskussionen bei Kennametal

Dr. Matthias Müller

Die Seminarreihe „Wirtschaftliches Zerspanen“ wird seit 4 Jahren durch die CIM GmbH ausgerichtet. Das Thema der letzten Veranstaltung fiel etwas aus dem Rahmen, ging es diesmal doch nicht um den Zerspanungsprozeß, sondern um das, was geschieht, wenn die eingesetzten Werkzeuge ihre Standmengen erreicht haben.

Die Bestätigung, daß die Werkzeugaufbereitung von größtem Interesse ist, brachte bereits die weit über die verfügbaren Seminarplätze hinausgehende Zahl von Anmeldungen. Das Marktpotential der Werkzeugaufbereitung wird insgesamt den Verkauf von Neuwerkzeugen gleichgesetzt.

Ein Schwerpunkt der Vorträge zielte auf die Leistungsfähigkeit aufbereiteter Werkzeuge. Basis sicherer Prozeßführung und gleichbleibender Fertigungsqualität, insbesondere in der Serienfertigung, sind verlässliche Standzeiten der eingesetzen Werkzeuge. Hieraus stellt sich beim Einsatz kostenintensiver Bohr- und Fräswerkzeuge die Frage nach der geeigneten Stragegie der Werkzeugbewirtschaftung.

Kontrovers diskutiert wurde die Notwendigkeit, ob erst die originale Anschlifform des Herstellers dem Werkzeug die volle Leistungsfähigkeit erhält. Dies führt zu der Notwendigkeit, entweder die Technologie des Herstellers zu erwerben, oder diesen in den Logistikkreislauf mit einzubeziehen. Beim Einsatz von Serienwerkzeugen können zumindest die Schleifarbeiten durch den Einsatz von leistungsfähigen Automaten auch im eigenen Unternehmen wirt-schaftlich ausgeführt werden.

Eindeutig war das Fazit bei beschichteten Werkzeugen. Nur mit wiederbeschichteten Werkzeugen lassen sich gleichgroße Standzeiten wie bei Neuwerkzeugen erreichen. Jedoch ist diese komplexe Technologie nur als Dienstleistung wirtschaftlich. Die Entscheidung zwischen Neuwerkzeugen und Wiederaufbereitung (intern oder als Dienstleistung) sind für den jeweiligen Anwendungsfall zu durchleuchten. Relevante Kostenfaktoren wie

  • Werkzeugneupreis
  • Maschinennebenzeiten
  • Prozeßsicherheit und
  • Logistigaufwand

bestimmen im wesentlichen die Wirtschaftlichkeit der möglichen Strategien.

Intensiv diskutiert wurde die Strategie, das interne Tool-Management an einen externen Dienstleister zu vergeben. Denkbar sind hierbei die Stufen:

  • Outsourcing des kompletten Bereiches Fertigungstechnologie,
  • Zahlung nach gefertigten Werkstücken und
  • Toolmanagement mit Werkzeugautomaten.

Bei diesen Strategien werden für den Anwender praktisch alle Werkzeuge zu Einwegwerkzeugen. Die Logistig, einschließlich der Aufbereitung, wird hierbei vom Werkzeughersteller oder einem neutralen Tool-Manager übernommen. Dieser erledigt dann nicht nur die Auswahl und Beschaffung der geeigneten Neuwerkzeuge, er ist auch für die Auf-arbeitung der verbrauchten Komponenten verantwortlich.

Eines hat jedoch die Diskussion an diesem Tag ergeben: Es gibt keine univer-selle Lösung, für jedes Unternehmen und für jeden Anwendungsfall muß die geeignete Lösung individuell erarbeitet werden.

Wenn Sie firmenindividuell auch Ihre Potentiale nutzen wollen, dann rufen Sie uns an.

erschienen in CIMAktuell, Mai 1998

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